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By Detlef Pollack, Jan Wielgohs

In allen ostmitteleuropäischen Ländern traten im Herbst 1989 politische Akteure, die aus dissidentischen Milieus hervorgegangen waren, in den Vordergrund des politischen Geschehens. Ihre Bedeutung für die politischen Umbruchprozesse ist jedoch bis heute umstritten. Die Länderstudien und vergleichenden Analysen aus diesem Band zeigen, dass ungeachtet der oberflächlichen Ähnlichkeiten die Strategiefähigkeit der demokratischen competition im Herbst 1989 erheblich zwischen den Ländern variierte und in starkem Maße durch den jeweiligen nationalen Typ kommunistischer Herrschaft, die Vorgeschichte politisch alternativer Bestrebungen sowie den Modus des Regimewechsels beeinflusst war.

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Differentialdiagnose Seltener Lungenerkrankungen im Röntgenbild

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November 1987 mehr als 50 Prozent der Bürger einem Aufruf der SolidarnoĞü folgten und der Wirtschaftsreform in einem Referendum die Zustimmung verweigerten, zeichnete sich ab, dass die Regierung an der verbotenen Gewerkschaft nicht mehr vorbeikommen würde. Nachdem Preiserhöhungen im Frühjahr 1988 erneut massive Streiks ausgelöst hatten, nahm die Regierung im Juni erste geheime Verhandlungen mit SolidarnoĞü-Vertretern auf. Beide Seiten hatten ein vitales Interesse an Gesprächen, weil sie damit rechnen mussten, dass andernfalls die politische Entwicklung gänzlich außer Kontrolle geraten würde.

Sofortigen wirksamen Protest gegen das Kriegsrecht konnte die SolidarnoĞü ohne vorherige Vorbereitung nicht mehr organisieren. In nur wenigen Städten gab es Demonstrationen, die von der Armee jedoch schnell und brutal aufgelöst wurden. Die SolidarnoĞü blieb jedoch auch während des Kriegsrechtes das Symbol des Widerstands gegen das Regime, und WaáĊsa, der 1983 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, blieb ihre überragende, wenn auch nicht unumstrittene Integrationsfigur. Der SolidarnoĞü gelang es, sich mit wiederholten öffentlichen Protestaktionen, der Aufrechterhaltung einer effektiven Organisationsstruktur im Untergrund und dank einem guten, auch internationalen Bündnissystem öffentlich sichtbar zu bleiben.

Die Regierung reagierte mit Massenverhaftungen, Zwangseinberufungen zum Militär, mit der vorübergehenden Schließung ganzer Fakultäten und mit einer nur mühsam als „antizionistisch“ kaschierten antisemitischen Pressekampagne, die die Proteste als antipolnische jüdische Verschwörung diffamierte. Am 19. 9 Es war die schockierend offene Ankündigung dessen, was folgte: Nach dem Ende der Studentenunruhen wurde mehr als die Hälfte aller damals noch in Polen lebenden Juden faktisch in die Emigration gezwungen.

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