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By Reinhart Koselleck

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Dabei stellt sich heraus, wie abhängig der Sprachgebrauch war von wechselnden Parteiungen, Konfliktlagen, Klasseninteressen und Vorurteilen, von nationalen oder kolonialen Engagements, von Freund- und Feindbildern aller Art. Wer als Historiker derlei aufweisen kann, belehrt nicht nur seine Leser, sondern leistet Beihilfe zur Ernüchterung. Diese Botschaft geht von Koebners semantischem Werk aus. Koebner betrieb die Begriffsgeschichte vorzüglich pragmatisch. Die Semantik blieb eingeordnet in ihre argumentative - heute sagt man lieber: diskursive - Verwendungsweise.

Umgangssprachlich war es der Stadtbürger, seine Gegenbegriffe waren der Bauer und der Adel. Im Zuge der Spätaufklärung wurde der künstliche Begriff eines Staatsbürgers - analog dem citoyen - hinzuerfunden, gelangte aber kaum in die politische Alltagssprache. Weitere Differenzierungen eines und desselben Grundbegriffs folgten: der Kleinbürger, der Großbürger, auch der Spießbürger, aber damit verlor der Bürgerbegriff um so mehr seine theoretische Eindeutigkeit und politische Durchschlagskraft, die dem citoyen innewohnte.

Sonst wären sie nämlich keine Begründungen. Diese Begründungen aber bleiben, im Unterschied zu den Ereignissen selber und deren Folgen, allein an ihre sprachliche Vermittlung zurückgebunden. Jeder von uns kennt implizite oder explizite Letztbegründungen, die einer Geschichte Konsistenz, vielleicht sogar Sinn verleihen. Ob es die Götter oder Geister sind, die eingreifen, um den Wechsel dauerhaft zu erklären, ob Fortuna oder das Schicksal beschworen werden, ob es der christliche Gott ist, aus dessen Ratschluß alles ableitbar ist, oder ob aus politischen, sozialen, psychologischen oder ökonomischen Bedingungen oder gar Prozessen die Einzelgeschichten ihre Erklärung beziehen: Immer sind es die sprachlich fixierten Gründe, die den einmaligen Ereignisfolgen ihren relativ dauerhaften Sinn oder eine spezifische Bedeutung verleihen.

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